Im Norden Argentiniens
Auf was haben wir uns hier eingelassen?!
Boah sind wir am Arsch als wir in Mendoza, Argentinien, ankommen. Ich schwöre mir insgeheim nie wieder einen so langen Flug mit Tonnen an Spezial-Gepäck und einem Kleinkind zu unternehmen. Aber wir haben es geschafft und unsere Räder auch.
Als wir das Flughafengebäude verlassen, umgibt uns augenblicklich ein Hitzeschwall.
Ok, das ist wohl unsere neue Realität. Haben wir uns das gut überlegt?! Wie wird es erstmal sein, wenn wir draußen in der Wüste sind, weit und breit kein ordentlicher Schatten, nur ein paar Büsche unter die man sich kauern kann? Noch dazu mit Tomte.
Wir werden sehen, denke ich mir, während unsere Reise ihren Lauf nimmt.
Ein spontaner Salsakurs in der Silvesternacht, ein argentinisches Neujahrs- Asado, die letzten Erledigungen und Schwupps, befinden wir uns 30km nördlich von Mendoza an einer Raststätte. Während Bela im Schatten die Gitarre zupft, versuchen Chris und Ich eine Mitfahrgelegenheit aufzutreiben. Die Straße nach San Juan ist , so ohne Seitenstreifen, einfach zu stark befahren. Wir genießen die Atmosphäre am Rasthof. Das Kommen und Gehen der Menschen, die einfachen Plastikstühle und -tische am Straßenrand. Reisende, die dort, bei typisch argentinischer Gute Laune-Musik, in immer gleichem Rhythmus und Melodie ihren Hunger stillen.
Tomte und ich werden von einer Familie im Pickup mitgenommen. Natürlich trinkt man hier Mate Tee während der Fahrt. Für mich ist es das erste Mal und ich brauchte ein paar Versuche, bis ich verstand, wie ich den heißen Tee zu trinken habe. Auch Tomte, der alles so machen will wie die Erwachsenen, zog an der Bombilla (dem Trinkröhrchen). In San Juan wurden wir nicht etwa an der nächstbesten Möglichkeit herausgelassen, nein, wir wurden bis auf den Plaza in die Innenstadt gefahren, obwohl das einen Umweg für die Familie bedeutete. So sind die Argentinier. Der Tag war wieder unglaublich heiß und Tomte hatte die glorreiche Idee, im Brunnen eines Parks baden zu gehen, bis auch Chris und Bela eintrudelten. Wir verbrachten den Abend auf den Wiesen des Parks, wo sich gegen Dämmerung immer mehr Menschen einfanden, um auf Picknickdecken zusammen Mate Tee zu trinken und ein bisschen zu verweilen, wo die Temperatur mit der Sonne endlich ein wenig gesunken waren. Große Freude machte uns eine Gruppe junger Leute, die sich im Park zu einer Battle-Rap Session eingefunden hatten. Eine Kunstform die erstmal abgefahren oder absurt wirkt, aber gleichwohl so viel Sinn ergibt. Inspiriert versuchen wir uns gegenseitig auf dem Weg in unsere Unterkunft ein paar krasse Worte rappend vor den Kopf zu werfen. Loslassen, raushauen, nicht nachdenken, fließen lassen,…was für eine geniale Übung. Ich bin begeistert!
Wir werden in diesem Teil Argentiniens noch oft überrascht sein, wie sich am Abend die Straßen mit Leben füllen. Restaurants öffnen oft erst um 21 Uhr. Geschäfte schließen gegen 13 Uhr und öffnen wieder um 18 oder 19 Uhr. Dafür sind sie dann auch geöffnet bis Mitternacht oder länger.
Es braucht eine Weile, bis wir den Tagesrhythmus der Argentinier verinnerlicht haben.
Den nächsten Abend verbringen wir in Caucete, 30km östlich von San Juan. Nachdem wir uns mit dem Wasserschlauch auf dem Plaza abgekühlt und im Schatten der Bäume vom hitzigen Radeltag erholt hatten, suchten wir den gratis Campingplatz des kleinen Stadt auf. Die Plätze werden hier anders als wir es kennen, auch und vor allem als Grillplätze von Tagesausflüglern benutzt. Ausgestattet mit zahlreichen Bänken, Tischen, Grillstellen und Wiesen zum Fußball spielen drumherum. Gegen 22 Uhr hatten die letzten Gruppen den Platz verlassen. Wir waren alleine und freuten uns schon auf einen ruhigen Abend, nachdem die ersten Reisetage wuselig, aufregend und chaotisch waren. Wir waren gerade Bettfertig, als gegen Mitternacht zahlreiche Familien mit großen und kleinen Kindern in Autos angefahren kamen. Aus dem Kofferraum wurde Grillgut, Holz, Getränke und Musikboxen ausgeladen. Die Argentinier machen die Nacht zum Tag in diesen hitzigen Sommermonaten. Während die Party die ganze Nacht andauerte, ja selbst am Morgen, als wir aus dem Zelt krochen noch ein letztes Grüppchen auf den Tischen tanzte, schliefen wir halbwegs Okay und fühlten uns den Argentinischen Gepflogenheiten noch ein wenig näher gekommen.
Die kommenden Kilometer hinein in die Monte waren kaum auszuhalten, so heiß. Die Monte ist eine Zwergbusch-Halbwüste, die sich am Andenrand durch ganz Argentinien streckt. Die Orte liegen weit auseinander. Einer von ihnen ist der Wallfahrtsort Vallesito. Der Sage nach begab sich eine Frau mit ihrem kleinen Kind auf dem Arm in die Wüste, um ihren vermissten Mann zu suchen.
Dabei kam sie selbst ums Leben, da sie sich verlief und nicht genug Wasser dabei hatte. Ihr kleines Kind überlebte, da der Busen der Mutter unentwegt und über ihren Tod hinaus Milch gab. Gauchos fanden das Kind Tage später und nahmen es mit. Vallecito ist seither ein Ort, an den tausende Menschen jährlich pilgern. Die zahlreichen Kapellen und Schreine in der Umgebung sind gefüllt mit Opfergaben. Meist sind es Wasserflaschen, um den ewigen Durst der Difunta zu stillen.
Im Sommer ist es wahrlich eine lebensfeindliche Gegend. Als wir uns wenige Kilometer später an einem weiten Talboden wiederfinden, erdrückt uns die Hitze so sehr, dass wir beschließen zu trampen. Im Schatten eines kleinen Bäumchen sitzend kam schon bald ein LKW angefahren. Ich nutzte die Gelegenheit und sprang mit ausgestrecktem Daumen an die Straße. Der Lastwagen kam 50m später zum Stehen. Schnell schnappe ich mir mein Rad und sause vor zum Fahrerhaus. Emanuel willigte ein, uns allesamt mitzunehmen. Eilig stellte ich mein Rad schon mal hinter der Ladefläche ab und rannte zurück, um die Anderen zu informieren. Dann hörte ich es. Ein furchtbares Geräusch. Ich blicke zurück und konnte es eigentlich gar nicht glauben. Der Lastwagenfahrer wollte uns das Einladen erleichtern und einige Meter zurückfahren. Dabei hatte er mein geparktes Fahrrad nicht sehen können und fuhr es beim Zurücksetzen einfach platt.
“Der LKW ist über mein Fahrrad gefahren!” rief ich den Anderen ungläubig und völlig perplex entgegen.
Ich rannte zum Fahrerhaus. Emanuel schien das Desaster noch gar nicht gecheckt zu haben und saß entspannt auf seinem Fahrersitz.
Wir versuchten, mein Rad und das Gepäck unter dem Truck hervor zu zerren. Teilweise musste der Fahrer nochmal etwas vor und zurück rollen, damit sich alles befreien ließ. Mein Rad sah übel aus und Tomte war total aufgelöst. Er zeigte immer wieder zu meinem Fahrrad und weinte. Um ihn zu beruhigen, setzte ich mich mit ihm in den Schatten des LKW und gab ihm die Brust.
Wir beschlossen mit Emanuel mitzufahren, bis Chapas, ein etwas größerer Ort, etwa 120 km entfernt. Wir hievten also alles auf die Ladefläche des Trucks und quetschten uns zu viert auf den Beifahrersitz.
Auf dem Weg nach Chapas gab es zwei Polizeikontrollen. Vor der Ersten hielt Emanuel, stieg aus und verschwand in der Wache. Als er zurückkam, signalisierte er uns, dass er die Beamten überzeugen konnte, mit uns Vieren auf dem Beifahrersitz weiter zu fahren. Kurz bevor wir die zweite Kontrollstelle erreichten, erklärte Emanuel, dass er dort niemanden kenne und wir das beste hoffen müssen. Er bekreuztigte sich und wir taten es ihm gleich. Wird schon gut gehen. Und das tat es auch. Ohne zu verlangsamen, zog Emanuel an der Polizeiwache vorbei. Wir wurden nicht aufgehalten. Erleichtert wischte sich Emanuel die Stirn und zwinkerte uns zu.
In Chapas verschafften wir uns erstmal einen Überblick und stellten fest, dass der Rahmen wie durch ein Wunder noch OK zu sein schien. Nur die Gabel, das Vorderrad und der Lenker waren total hinüber. Wir ließen uns im Park nieder, tranken ein Bier auf die jüngsten Ereignisse, kochten und kamen auf die Hitze klar. Polizisten brachten uns kaltes Wasser und Energieriegel, fragten, was passiert sei und beschrieben uns den Weg zum einzigen Fahrradladen der Stadt.
Als wir Lucas, den Inhaber der Fahrradwerkstatt kennenlernten, lösten sich unsere Probleme fast wie von selbst. Seine Freundin Saida brachte uns zur Ferienwohnung ihrer Mutter Béatrice und Lucas versprach, mein Fahrrad binnen 2 Tagen wieder startklar zu machen. Es fühlte sich an, als wären wir Engeln begegnet, die uns Wege aus der scheinbar ausweglosen Situation zeigten.
Während Lucas den ganzen Ort nach Ersatzteilen abgraste und seine Siesta meinem Fahrrad widmete, verbrachten wir die Zeit in Béatrice schattigen Innenhof, bekamen Besuch von neugierigen Verwandten und Freunden, plantschten mit der Familie im erfrischenden Pool und versuchten uns so gut es ging zu erholen von diesen intensiven ersten Reisentagen.
Als Lucas dann schließlich mit meinem Fahrrad um die Ecke kam, staunten wir nicht schlecht. Er hat das Rad tatsächlich wieder zum Laufen gebracht. Der Abschied von dieser ober- herzlich und hilfsbereiten Familie fiel ein bisschen schwer. Doch wir wollten keine Zeit verlieren. Der Weg zum Aguas Negras Pass und über die Anden nach Chile war noch weit und wir hatten nur 5 Wochen Zeit, bis Bela wieder am Flughafen in Santiago de Chile sein musste.
Es kündigte sich ein Unwetter an. Wir mussten uns also ranhalten, Astica zu erreichen, wo wir die Tage in einer Unterkunft verbringen konnten. Doch der Blick auf die Kilometer bis dorthin verriet, dass Astica mit Tomte im Gepäck kaum rechtzeitig zu erreichen war. An einer am Straßenrand gelegenen Kapelle, die uns Schatten und Trinkwasser bot, hielten wir also schon wieder mit dem Ziel, eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Diesmal warteten wir lange. Tomte spielte mit seinem Lego, Bela mit seiner Gitarre, um uns herum ein stiller kleiner Ort und kein Auto weit und breit. Schließlich schlappten durch die heiße Nachmittagssonne doch noch drei neugierige Männer zu uns herüber. Wir tauschten kaum ein Wort aus, ließen einzig Belas Gitarre sprechen, als plötzlich ein klapprig-alter Schulbus die Straße entlang gefahren kam. Wir winkten eifrig und er hielt.
Vollbeladen mit Gemüse war jedoch nur Platz für zwei Räder, Bela, Tomte und Mich. Chris beschloss, einfach los zu radeln. Er würde es schon rechtzeitig schaffen.
Wir verabschiedeten uns in der Annahme, uns am späten Abend in Astica wiederzusehen.
Wie wir mit den drei Mormonen, Gemüsehändler aus San Augustin, so durch die Prärie tuckerten, sahen Bela und ich uns breit grinsend an. Als wären wir in einen romantischen Roadmovie geschnitten worden, so kam es uns vor. Das Abendlicht, welches die weite Landschaft verzauberte, verstärkte das überwältigende Gefühl noch mehr.
Der Bus röhrte und stotterte die lange Straße entlang und kam immer wieder, sobald es etwas hoch ging, ziemlich ins Schnaufen. Liegt es an uns und dem Zusatzgewicht möchten wir wissen, doch die drei Koka-kauenden Mormonen verneinten. Am höchsten Punkt angekommen streikte der Bus dann endgültig und kam zum Stehen. Wir können nicht helfen und sollten uns lieber auf den Weg nach Astica machen, wiesen uns die drei netten Mormonen an und widmeten sich dem Schrauben unter dem Bus. Also sattelten wir unsere Räder, verabschieden uns dankbar und rollten die wenigen verblieben Kilometer nach Astica hinunter.
Chris derweil kämpfte sich durch starken Gegenwind, den wir im Bus gar nicht wahrgenommen hatten. Er kam langsamer voran als erwartet und schaffte es an diesem Abend nicht mehr nach Astica. Als dann die ersten Regenschauer in sein Gesicht peitschten und er sowieso schon total fertig war von dem Kampf gegen den Wind, stellte er in einem kleinen Ort das Zelt auf. Zum Glück bekam er von einem vorbeifahrenden Auto noch ein Sandwich geschenkt, denn die Essenstasche war mit uns schon vorausgereist.
In der Nacht und am darauffolgenden Tag regnete es so viel wie sonst das ganze Jahr nicht, so erzählte man es uns später.
Am frühen Morgen packte Chris das nasse Zelt ein und suchte die Polizeiwache auf. Das einzige Gebäude, an dem er jemanden vorfand. Sämtliche Telefon- und Internetverbindungen waren abgerissen. Es gab keine Möglichkeit, Kontakt zu uns aufzunehmen.
Als wir den ganzen Tag nichts von Chris hörten, fingen wir an uns Sorgen zu machen und suchten ebenfalls die Polizei auf. Dort erklärte man uns, dass die Straße für mindestens 2 Tage nicht passierbar sein wird, da sich durch den Regen mächtige Flüsse gebildet haben, die nun die Straße kreuzten und man warten müsste, bis der Wasserstand nachlässt.
Es blieb uns also nur übrig zu warten und zu hoffen, dass es Chris gut geht…. und das tat es.
Auf der Polizeiwache erfuhr er von einer Frau, die ein kleines Gästezimmer unterhielt. Dort quartierte er sich ein und bekam sogar Mahlzeiten serviert. Perfekt.
Als nach zwei Nächten die Straße wieder befahrbar war, freuten wir uns mächtig, Chris endlich wieder bei uns zu haben.
Wir waren alle ganz schön beeindruckt von den abenteuerlichen ersten Reisewochen, hatten aber wenig Zeit, um die Erlebnisse zu verdauen und uns ordentlich zu erholen. Immer war da im Hinterkopf Belas Rückflug und vor allem der Aguas Negras Pass mit seinen knapp 5000hm.
Die Kilometer und Tage bis nach Las Flores, dem letzten Ort vor der großen Andenüberquerung, blieben eine Berg- und Talfahrt auf allen Ebenen. Das heiße Klima und der straffe Zeitplan stellten dabei weiterhin die größte Herausforderung dar.
Je näher wir den Bergen kamen, desto häufiger fanden wir wasserführende Flüsse, die uns Erfrischung boten. Nachdem wir in San José Jáchal einen dringend benötigten Pausentag unter Olivenbäumen verbrachten,
begleitete uns anschließend spektakuläre Landschaft auf dem Weg durch das Tal des Rio Jáchal nach Rodeo und weiter nach Las Flores hinauf. Hier trafen wir die letzten Vorkehrungen, planten akribisch die kommenden Bergetappen, gingen Einkaufen und versuchten uns ein wenig zu entspannen.
Doch die Sorge, wie es werden wird, ob wir es schaffen können, ließ nicht von uns ab. Fast schon erleichtert waren wir, als es dann endlich losging. Wir passierten die Zollbehörde, verließen Argentinien und befanden uns im Niemandsland, auf dem Weg zum Aguas Negras Pass und auf der anderen Seite nach Chile hinunter.
Die Taschen waren gefüllt mit Essen für acht Tage. Die auf dem Weg liegenden Wasserstellen hatten wir so gut es ging recherchiert. Es war ein herrliches Gefühl zu wissen, dass es nur darum ging zu fahren, sich zu akklimatisieren und die Berge zu genießen. Was haben wir uns den Kopf zerbrochen in den Wochen zuvor….
Wir sollten die entspanntesten Tage der bisherigen Reise dort zusammen erleben. Da wir zur besseren Akklimatisierung nicht zu schnell an Höhe gewinnen wollten, hatten wir Zeit. Wir gingen spazieren, genossen die gemäßigteren Temperaturen, das Abendlicht und den Anblick eines fernen Gewitters, staunten über schmale Mondsichel und den prächtigen Sternenhimmel. Bela hatte endlich Zeit am Abend Gitarre zu spielen. Mit Verstärker hallte die Musik mal durch die Weite mal an Felswände bis in die Dunkelheit. Es waren absolut geile Konzerte!
Nach einer Nacht auf knapp 4000hm beschlossen wir, dass Tomte und Ich versuchen werden eine Mitfahrgelegenheit nach Vicuña in Chile zu bekommen. Wir wollten nicht riskieren, bei einer weiteren und noch höher gelegenen Nacht Probleme zu bekommen. Zudem wurden die Straßenverhältnisse schlechter. Beim Rest des Passes war Kämpfen angesagt und das wollten wir nicht mit Tomte erleben. Eine Argentinische Großfamilie nahm uns mit, wir verabschiedeten uns von Bela und Chris, die wir in 3-4 Tagen in Chile wieder zu sehen planten. Alles schien perfekt aufzugehen. Mit dem schlafenden Tomte im Arm genoss ich die spektakuläre Landschaft vom Auto, wenn auch ein wenig traurig, da ich den Rest des Passes viel lieber vom Fahrrad aus erlebt hätte. Doch ich war froh, dass wir es so entschieden hatten. Es hätte nur Stress bedeutet und davon hatten wir die letzten Wochen genug.
An der Grenze zu Chile folgte dann eine Überraschung. Die Grenzbeamten wollten Tomte und mich nicht durch lassen. Es war eine Katastrophe und heiß noch dazu, da wir uns wieder auf 1500hm befanden. Die Sache schien von Seiten der Zollbeamten entschieden. Ich müsste hier bleiben und warten, bis der Vater meines Kindes in etwa drei Tagen hier ist, um die Aus-/ und Einreise seinerseits zu erlauben. Wie stellen sie sich das vor, fragte ich verzweifelt, Chris war dort oben nicht zu erreichen und wir hatten kein Essen dabei. Zum Glück sprach Mathias, der Fahrer unserer Mitfahrgelegenheit und Angestellter bei der argentinischen Sicherheitsbehörde, gutes Englisch und konnte vermittelnd Einfluss nehmen. Irgendwann genehmigten die Beamten mir tatsächlich und ausnahmsweise die Einreise. Sie wollten die Verantwortung nicht übernehmen für eine Mutter mit Kind, da sie kein Zimmer anzubieten hatten und besorgt waren, wir könnten in der Nacht erfrieren. Ich fand die Begründung zwar absurd, aber war natürlich überglücklich, dass wir weiter fahren durften.
Die Familie von Mathias ließ uns in Vicuña raus und ich suchte ein schönes Hostel für mich und Tomte heraus. Frühstück inklusive. Wir ließen es uns gut gehen, genossen unsere kleine Mutter-Kind-Kur und freuten uns riesig, als ein paar Tage später die Jungs dann eintrafen.